Troubadour der zarten Abschiede – Jarle Skavhellen

Dass ich einem Singer-Songwriter vom ersten veröffentlichten Track bis hin zum EP-Debüt bereits drei Posts spendiere, kommt auch nicht alle Tage vor. Nun also ist es so weit, das erste Album des Norwegers Jarle Skavhellen ist erschienen. Und es hätte wirklich mit dem Teufel zugehen müssen, wenn The Ghost In Your Smile meine Erwartungen enttäuscht hätte. Tut es natürlich nicht! Vielmehr verfestigt die Platte das Bild eines poetischen Singer-Songwriters, dessen bittere Süße und melancholischen Lebensfreude in folkig-kargen und dennoch melodischen Balladen ebenso zum Vorschein kommt wie in schunkeligen Americana-Klängen. Skavhellen präsentiert sich als lebenserfahrener Außenseiter, der dem Glück manch schöne Stunde abtrotzt, der sogar scheiternden Beziehungen noch einen Moment voller Zärtlichkeit abringt. Vermutlich liegt es am Hobo-Flair des Albums, dass selbst Abschiede in kitschfreie Romantik getaucht sind. Skavhellen gibt den Troubadour reinsten Herzens, der an Einsamkeit nicht zerbricht und Enttäuschungen nicht zum Weltschmerz ausarten lässt. Eine unstete Beständigkeit durchzieht das Werk, eine Besonnenheit, die jede Art von Emotion zu schätzen weiß. Das ist durchaus besonders und vor allem aber besonders schön!


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