Schlaglicht 89: Radio Elvis

Da sind sie wieder. Radio Elvis! Drei Jungs aus Paris, die mir 2015 und 2016 so manche Freudenträne bescherten. Von einem singulären Mix aus Chanson, Pop und Indie-Rock habe ich geschwärmt, die Formation um Sänger Pierre Guénard als Spitze der Phalanx aufstrebender französischer Bands bezeichnet. Die Renaissance des französischen Zungenschlags, sie ist angesichts formidabler Klänge längst überfällig. Gefühlt herrscht in Großbritannien gerade eher Flaute, was junge charismatische Bands angeht. In Frankreich dagegen steppt der Bär, Acts wie Baden Baden oder Feu! Chatterton sollte man auch hierzulande für sich entdecken. Doch zurück zu Radio Elvis, die sich hinsichtlich der Bandbreite vom Rest nochmals abheben. Der geniale Track Goliath von der Debüt-EP Juste avant la ruée ließ noch Assoziation an die Schnittmenge von Johnny Hallyday und Lou Reed aufkommen, den Song Les moissons vom gleichnamigen Album charakterisierte eine gewisse Electro-Pop-Leichtigkeit. Radio Elvis sind in ihrer stilistischen Vielfalt überraschend, bestrickende Konstante ist freilich der Vortrag Guénards. Diese Stimme kommt ohne große Attribute aus und ist dennoch alles andere als unscheinbar.  Weiterlesen