Hardcore bleibt Hardcore – nicht nur für Nazis!

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Kleine Erfolge gibt’s im Fall „Hardcore gegen Nazis verteidigen“. Ist sonst nicht so meine Art, mit Copy und Paste zu arbeiten – aber heute hier mal ein Repost des MySpace-Blogs von Kein Bock Auf Nazis:

Okay, die schlechte Nachricht zuerst:

Seit dem 3. April ist das Wort „Hardcore“ für
Kleidung offiziell auf den Neonazis Timo Schubert eingetragen. Trotz
hunderter Protestmails und wütenden Anrufen aus aller Welt hat sich das
Deutsche Markenamt einfach geweigert die Markenanmeldung abzulehnen.

Das Wort „Streetball“ kann man beispielsweise nicht
schützen lassen, dafür ging die Behörde sogar vor Gericht. Wenn es aber
darum geht zu verhindern, dass die Nazi-Szene sich einen linken
Musikstil schützen lässt, drückt das Markenamt anscheinend gerne mal
ein Auge zu. In dem offiziellen Statement des Markenamtes heißt es lediglich: „Im
Falle der Marke „Hardcore“ ist die zuständige Markenstelle des Amtes
nach sorgfältiger Prüfung der Anmeldung zu dem Ergebnis gelangt, dass
die Eintragung nicht verweigert werden kann.“

Aber jetzt kommt die gute Nachricht:

1. Wir haben mit Hilfe eines professionellen
Markenanwalts einen Löschantrag gestellt. Wenn der Nazi dagegen keinen
Einspruch erhebt, ist die Marke in zwei Monaten endgültig gelöscht.
Falls er Einspruch einlegt kann es jedoch bis zu einem Jahr dauern bis
es eine gerichtliche Entscheidung gibt.

2. Wir haben mehrere Firmen, die das Wort für
andere Waren geschützt haben, dazu gebracht Widerspruch gegen den
Markeneintrag einzulegen. Hier gilt auch: Wenn Schubert keinen
Einspruch erhebt ist die Marke bald gelöscht. Falls er Einspruch erhebt
kann es wieder bis zu einem Jahr dauern bis die Sache geklärt ist.

Das Gute ist, dass der Neonazi in diesem einen Jahr
vermutlich nicht anfangen wird Hardcore-Versände und Bands zu
verklagen. Das wäre für ihn viel zu heikel. Falls er die Marke am Ende
verliert, verliert er auch alle Prozesse automatisch. Dann bleibt er
auf allen Gerichtskosten sitzen.

Insofern war die ganze Kampagne schon ein kleiner, aber feiner Erfolg.

An dieser Stelle möchten wir uns noch mal bei allen
bedanken, die das Soli-Shirt gekauft haben oder sich anderweitig für
die Kampagne eingesetzt haben.

Trotzdem sind wir auch weiterhin auf Eure
Unterstützung angewiesen. In den kommenden Wochen werden wir eine große
Sticker-, Poster- und Flyer-Aktion zum Thema Nazis und Hardcore
starten. Das kostet alles Geld.

Also checkt unseren Shop: www.volume-clothing.com

This is hardcore: Bibi Blocksberg's Blowjob

Schlimm ist der, der Schlimmes dabei denkt. Männer denken durchschnittlich alle 7 Sekunden an Sex, wird kolportiert und sind daher besonders schlimm. Wir Frauen hingegen sind da ganz anders, bei all den Gedanken an das perfekte Styling, Kochrezepte und Schuhkäufe, bleibt da wenig Zeit für erotische Fantasien.

Ist auch ganz gut so, diese Gehirn-Wichsereien können leicht entgleisen.

Das Frankfurter Magazin enthüllt jetzt einen Comic-Porno-Hardcore Skandal der besonderen Art und titelt: Skandal: Hardcore Szenen im Bibi Blocksberg Hörspiel.

Den Video-Beweis liefert unter anderem dieses, beim investigativen Underground-Portal Youtube veröffentlichte Filmchen:

Bibi Blocksberg übt blasen

Bleibt nur noch eines zu sagen:

PULP – This is Hardcore

Bleibt doch noch ein Zweites zu sagen:

Solange die Ikone meiner Kindheit nicht schluckt, bleibt der Vorbildcharakter gewahrt. Mädels – die Aussage „so nahrhaft wie ein kleines Steak“ ist ne typisch männliche Schutz- (und Wunsch-) Behauptung. Schlucken tun nur Schlampen und schmecken tut’s auch nicht. Männer, bei denen das Timing nicht klappt, sofort von der Bettkante treten! (Keine Ironie – ist ernst gemeint!!!)

Damit die Moral gewahrt wird:

Bibi Blocksberg ist inzwischen 29 Jahre alt und somit reif genug für ein bisschen Sex – aber auch für sie gilt: Kondome schützen. Nackt auf dem Playboy werde wir die kleine Hexe hoffentlich nie wiederfinden. Denn: Liebe C-Promis, künstlerische Fotografie ist was anderes. Der Playboy ist und bleibt ne üble Wichsvorlage! (Diesen Satz wollte ich schon immer mal wo unterbringen und würd‘ in auch mal gerne live im Fernsehn sagen).

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Hardcore-Genre ist jetzt rechte Marke – Linke Musikszene wird von Neonazis verklagt

Update: Laut Spreeblick, dürfte diesem braunen Spuk bald Einhalt geboten werden. Bereits mehrfach wurde u.a. von Endemol versucht, diesen Begriff zu vereinnahmen – alle scheiterten – so wird auch die Nazi-Attacke bald Geschichte sein. Mehr dazu hier: Spreeblick –

Nazi-Hardcore©®™

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Update2: Das Ganze aus Sicht des Rechtsanwalts Dennis Breuer auf dem Blog markenmagazin:recht : HARDCORE als rechte Marke

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Überheblich, aggressiv und selbstbewusst. So treten die Nazis im Netz und immer häufiger auch im „realen“ Leben auf. Niemand kennt die Gesetze so gut wie die Neonazis – niemand beugt sie so geschickt und nutzt jede Möglichkeit Freiheit und Menschenwürde juristisch gekonnt mit Füßen zu treten.

Seit neuestem werden Mitglieder der Linken Musikszene verklagt, wenn sie den Begriff Hardcore verwenden. Hardcore ist zu einer geschützten Marke geworden, auf die ein Rechter Markenschutz hält. Die ganze Gesichte findet ihr hier bei der Taz.

NPD-BLOG:INFO berichtet:

Wie aus den Angaben des Deutschen Patent- und Markeamts hervorgeht, hat der Rechtsextremist Timo Schubert die Marke eintragen lassen. Allerdings läuft noch eine Widerspruchsfrist dagegen.

Die Marke “Hardcore” würde demnach für folgende Bereiche urheberrechtlich geschützt sein: Banner (Standarten), Baumwollstoffe, Bettzeug (Bettwäsche), Bezüge für Kissen, Drucktücher aus textilem Material, Duschvorhänge aus textilem Material oder aus Kunststofffolie, Fahnen, Wimpel (nicht aus Papier), Etiketten aus Textilstoffen, Heimtextilien, Textilhandtücher, Textilstoffe, Webstoffe (elastisch), Wandbekleidungen aus textilem Material, Anzüge, Babywäsche, Badeanzüge, Badehosen, Bademäntel, Bademützen, Bandanas (Tücher für Bekleidungszwecke), Bekleidung aus Lederimitat, Bekleidungsstücke, Büstenhalter, Damenkleider, Einstecktücher, Fußballschuhe, Geldgürtel (Bekleidung), Gürtel (Bekleidung), Halbstiefel (Stiefeletten), Halstücher, Handschuhe (Bekleidung); Hemd-Höschenkombinationen (Unterbekleidung), Hemdblusen, Hemden, Hosen, Hosenträger, Hüte, Jacken, Jerseykleidung, Kapuzen, Kopfbedeckungen, Lederbekleidung, Leibwäsche, Lätzchen, nicht aus Papier, Morgenmäntel, Mäntel (pelzgefüttert), Mäntel, Mützen, Mützenschirme, Oberbekleidungsstücke, Overalls, Parkas, Pelze (Bekleidung), Pullover, Pyjamas, Regenmäntel, Schals, Schärpen, Schlafanzüge, Schlüpfer, Schuhe, Slips, Socken, Stiefel, Sportschuhe, Strümpfe, Sweater, T-Shirts, Trikots, Trikotkleidung, Unterwäsche, Westen, Wäsche, Überzieher, Materialbearbeitung, Druckarbeiten, Einfassen von Stoffen, Färben von Stoffen und Textilien; Anfertigung und Änderung von Bekleidungsstücken; Aufdrucken von Mustern; Behandlung von Textilien und Webstoffen; Einfassen von Webstoffen; Färben von Textilien; Lasergravuren, Papierbehandlung, Offsetdruckbearbeitung, Sticken[…] Quelle: NPD.BLOG-INFO

Auf Indymedia kann man die vollständigen Daten zur betreffenden Akte/Markeneintragung nachlesen.

Besonders pervers ist die Angelegenheit, da Hardcore als Genre aus der linken Musikszene entstanden ist. Hier ein kleiner Auszug aus Wikipedia:

Hardcore entstand gegen Ende der 1970er Jahre, als eine neue Generation von Jugendlichen Zugang zur Punk-Musik fand, die nicht wie die Vertreter des 77er Punk Rocks mit dem Garage- und Glamrock der 1960er und 1970er Jahre aufgewachsen waren, sondern mit Punk Rock und diese Musikform geschwindigkeitstechnisch und textlich radikalisierten.

Das heute vorherrschende klassische Bild eines Punks mit Irokesenschnitt oder „Liberty Spikes“ wurde erst in der Ära des Hardcore-Punks geprägt. In den USA sowie Kanada gelten vor allem drei Bands, die Bad Brains, Black Flag und Minor Threat als Initiatoren des „American Hardcore“. In Großbritannien wurde der „UK Hardcore“ oder „UK82“ hingegen von Bands wie Discharge, GBH und the Exploited geprägt. Obgleich beide Szenen sich gegenseitig beeinflussten (u.a. durch Touren von GBH und Discharge in den USA oder von den Dead Kennedys und Black Flag in Großbritannien), unterschieden sich beide Hardcore Szenen äußerlich und inhaltlich dennoch recht stark. Neben den USA und Großbritannien breitete sich der Hardcore-Punk Anfang der 80er Jahre jedoch auch in andere Länder, wie Japan, Australien und in Lateinamerikanischen Länder (vor allem Brasilien) aus. Auf dem europäischen Festland entstand ein eigener „Euro-Hardcore“ vor allem in Deutschland und Skandinavien, aber auch in Italien. Als frühe deutsche Vertreter des Hardcore-Punks gelten unter anderem die The Buttocks, OHL, Toxoplasma oder Chaos Z. […]

Hardcore in Deutschland

Anfangs war Hardcore in Deutschland die Bezeichnung für härteren Punk. Gruppen wie The Buttocks, Neurotic Arseholes, OHL, Toxoplasma, teilweise auch Slime ließen sich von frühen britischen und amerikanischen Hardcore-Bands wie Discharge, Dead Kennedys und Black Flag zu einem schnelleren, härteren Stil beeinflussen. Später folgten ihnen Gruppen wie Vorkriegsjugend oder die Spermbirds. Die erste, auch außerhalb der deutschen Szene, bekannt gewordene Band war Inferno. Sie hatten als erste auch Stücke, die auf ausländischen Samplern erschienen.

Ab Mitte der 1980er trennte sich ein Teil der deutschen Hardcore-Szene explizit von der Punk-Subkultur ab und etablierte deutschen Hardcore als vom klassischen Punk Rock unabhängige Gegenkultur, teilweise unter Berufung auf die amerikanische New-School-Szene und den Straight-Edge-Gedanken. Als Sprachrohre der deutschsprachigen Hardcore-Szene konnten sich lange Zeit die Fanzines ZAP und Trust etablieren.

Teilweise wurde der Begriff Hardcore auch für Punkbands ohne die bei den ursprünglichen Bands üblichen Rock-’n’-Roll-Elemente genutzt, die heutzutage nicht mehr unter diese Bezeichnung fallen würden oder heutzutage meist als Deutschpunk bezeichnet werden. So heißt es auf der Rückseite der Wiederveröffentlichung des „H’Artcore“-Samplers:

„Der etwas seltsame Titel ergibt sich aus dem Namen des damaligen Labels H´Art und dem 1981 noch neuen Begriff Hardcore, welcher in jener Zeit für härteren, schnelleren Punk wie hier auf dem Sampler stand (den Ausdruck Deutschpunk gab es noch nicht). Tja, so war das damals…“ […]

Quelle: Wikipedia

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Weiterer Lesetipp zum Thema Rechtemusikszene im Netz:

Last.fm: Brauner Musikantenstadl