Nymphe unter Derwischen – Heron Oblivion

Manch Album verstört mindestens in dem Maße, in dem es betört. Der aus San Francisco stammenden Formation Heron Oblivion ist solch ein auf Widersprüchlichkeit basierendes Werk gelungen. Das Genre freilich ist rasch geklärt. Wir haben es mit psychedelischem Folk-Rock zu tun, dessen ganze Wirkkraft durch die weltverlorene Stimme der Sängerin Meg Baird noch weiter gesteigert wird. Ihr Vortrag erweist sich als reinster Dream-Folk, von mythischen Anklängen geprägt. Um diese Geschichten von Sehnsucht und ewiger Vergänglichkeit wuchern verzerrte, oft dramatisch jaulende Gitarren. Das selbstbetitelte Debütalbum entwickelt eine fragile Ästhetik, die Mal für Mal von eben jenen Gitarren erschüttert wird. Wer mit dieser Prämisse etwas anzufangen weiß, wird die Platte lieben.

Schon Beneath Fields geizt nicht mit Atmosphäre. Wie von einem fernen Gestern her erschallt ein nymphischer Gesang, anfangs überwiegend von Ethan Millers Bass und Meg Bairds getragenem Schlagzeugspiel geleitet, ehe im Verlauf Noel Von Harmonson and Charlie Saufley mit mächtigen, verzerrten Gitarrensequenzen die Szenerie dominieren.  Weiterlesen