Botswana, so nah! – I’m Not Here To Hunt Rabbits

„In Zeiten, in denen die Welt bis zum menschlichen Genom erforscht und entschlüsselt ist, gibt es noch Musik zu entdecken, von der international noch kaum jemand auch nur gehört hat?“ fragt der Pressetext zur Compilation I’m Not Here To Hunt Rabbits. Und weil ein Pressetext wohl kaum zum Schluss kommen darf, dass Altbekanntes nur unter einem neuen Gütesiegel drapiert wird, lautet die Antwort selbstverständlich ja. Es ist ein ausgesprochen beherztes Ja, welches uns auf Gitarrenklänge aus Botswana aufmerksam machen will. Denn so sehr man auch meinen mag, dass man auf Streifzügen durch SoundCloud oder YouTube früher oder später schon alles gehört oder gesehen hat, so gibt es gerade im Bereich der Weltmusik noch viel, das großem Staunen harrt. „Exzentrisch gespielter Folk von den staubigen Rändern der Kalahari, von einer künstlerischen Intensität, die sich mit jedem Genre messen kann.“ verspricht der Pressetext gar und nimmt den Mund ganz schön voll. Zu Recht! Denn was die lokalen Größen hier auf Platte zaubern, ist voll kauziger Verve und originärem Charme. In seinen stärksten Momenten entwickelt der Sampler eine Authentizität, die so herb wie herzlich anmutet! Dies ist auch einem speziellen Gitarrenklang geschuldet, mit gerade mal 4 Saiten finden die Musiker ihr Auslangen. Doch nicht das! Mit der linken Hand wird dazu noch von oben über den Gitarrenhals gegriffen. Ob diese Technik von der Verwendung indigener Instrumente übernommen wurde, könnten Musikhistoriker wohl beantworten. Fraglos erfindet jene Technik den Umgang mit der Gitarre quasi neu.

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