Musikalisches Tohuwabohu (XVI): BEAK>, Violetta Zironi, Stun, Jaakko Eino Kalevi

Und wieder habe ich feine Klänge aus dem Kladderadatsch erhaltener Mails, Newsletter und Social-Media-Feeds herausgesucht. Möge diese Edition des Tohuwabohus auf gespitzte Ohren stoßen!

BEAK>

Portishead haben Musikgeschichte geschrieben. Welche Kapitel sie ihrer Erfolgsstory noch hinzufügen werden, ist derzeit nicht abzuschätzen. Dass ein Geoff Barrow nun jedoch nicht Däumchen dreht, mit seiner Zeit durchaus etwas anzufangen weiß, haben schon frühere Veröffentlichungen seines Projekts BEAK> gezeigt. Gemeinsam mit Billy Fuller und Will Fuller hat er beispielsweise vergangenes Jahr die unwiderstehliche Single Sex Music fabriziert. Dieses Jahr darf man sich sogar auf eine neue Platte mit dem unaussprechlichen Titel >>> freuen. Vorab gibt es mit Allé Sauvage bereits einen synthieschwangeren Krautrock in feinstem Siebziger-Futurismus zu bestaunen. An diesem hypnotischen Instrumentalstück vermag man sich nicht satt zu hören. Mit Brean Down haben die Herren noch einen weiteren Vorgeschmack im Köcher, dieser entpuppt sich als psychedelischer Slacker-Rock und ist ebenfalls nicht ohne Charme. BEAK>, das darf man ohne Zögern festhalten, ist längst mehr als eine Liebhaberei, die die Schaffenspause von Portishead überbrückt. Dieser vermeintliche Nebenschauplatz ist längst in den Mittelpunkt gerückt. Wer also nach einem Album sucht, das 2018 aus der Reihe tanzt und um den Finger zu wickeln weiß, wird an >>> keineswegs vorbeikommen!

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Americana aus Bella Italia – Violetta Zironi

Erst unlängst habe ich ein Interview mit einem Musikmanager gelesen, der ziemlich selbstbewusst davon gesprochen hat, wie er Bands formt, den künstlerischen Pfad von Musikern zumindest absteckt. Nun würde ich mich nicht zu denen zählen, die anderen ein maßgeschneidertes Image verpassen könnten. Doch eine Sängerin, die voll lieblichem Schmelz dargebotenen Folk-Pop mit der Grandezza des Great American Songbook verbindet, die vielleicht noch dazu eine Retro-Elfe im Stile Lana Del Reys verkörpert, solch eine Singer-Songwriterin wäre durchaus eine Fantasie, der ich große Erfolgschancen einräumen würde. Dieser Tage jedoch durfte ich entdecken, dass dieses musikalisch feine Wesen bereits existiert. Und in der Realität noch viel interessanter ist, als ich dies hätte ertüfteln können. Violetta Zironi zeichnet neben den beschriebenen Qualitäten noch das Kuriosum ihrer Herkunft aus. Sie stammt aus Bella Italia. Den Liedern der soeben veröffentlichten EP Half Moon Lane ist dies jedoch keineswegs anzumerken. Der sachte bis pfiffige Americana-Stil der EP wirkt ungekünstelt, weiß mit seiner gehaltvollen Art voll und ganz zu überzeugen.

Photo Credit: Puria Safary

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