Schlaglicht 86: Vök

Photo Credit: Sigga Ella

Jüngst für mich entdeckt habe ich das Albumdebüt Figure der isländischen Formation Vök. Die Platte hat zwar mittlerweile bald ein Jahr auf dem Buckel, ist jedoch ohne Zweifel mit das Beste, was mir in den letzten zwölf Monate über den Weg gelaufen ist. Dieser hymnische Electro-Pop mit Trip-Hop-Anstrich vermag neben der fast schon sprichwörtlichen spleenigen Schönheit isländischer Bands mit emotionaler Süße zu punkten. Dem elektronischen Hang zum Bombast steht das Flüstern und Säuseln der Sängerin Margrét Rán gegenüber. Es ist breitflächiges, atmosphärisches Kino, dessen Zuspitzung der Gefühle staunen macht. Exemplarisch seien drei Track des Albums herausgegriffen. Breaking Bones beispielsweise weitet sich von anfangs introspektiver Emotion im Refrain zum großen Aufseufzen, das noch im hintersten Winkel der Galaxie zu vernehmen ist. Starkes Empfinden trifft auf einen mächtigen Ausdruck. Eine spacige Gefühlsoper, verdichtet auf drei Minuten! Ebenso überragend gestaltet sich der Titeltrack Figure. Das Stück zeichnet sich durch so filigrane wie fiebrige Entrücktheit, einen teils an die isländische Übermutter Björk erinnernden Vortrag sowie eine Fülle an Effekten aus. Der Einsatz eines Vocoders hat noch selten so viel Sinn gemacht. Und abermals wird alles Sehnen und Fühlen zum großen Märchen ausgestaltet. Grandios! Und auch ein Track wie Show Me, bei dem Pop auf R&B-Elemente trifft und Ráns Gesang mit souligem Touch daherkommt, verfehlt seine Wirkung nicht.

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Stippvisite 16/11/2013

Ich schlage mich schon seit einigen Tage mit einer sehr ärgerlichen Erkältung rum, daher sei heute wieder einmal ganz kurz und knapp auf manch starke Entdeckungen geschätzter Bloggerkollegen verwiesen, ehe ich mich wieder unter die Bettdecke verkrümle.

Zeitreisetipp:

Out of Achtziger, aber sowas von! Aus Großbritannen dringen mit der EP Rainbow On Your Shoulder sympathische altmodische Klänge an mein Ohr. Das Duo Lights That Change versteht sich darauf, nur die Schokoladenseite der Achtziger in Erinnerung zu rufen. Toxic ist ein ein starker Ohrwurm, angenehm lärmig, fiebrig-fröhlich im Gesang, Shoegaze-Pop trifft es vielleicht ganz gut. Auch der Track Happy Space wummert sphärisch durch die Boxen. Die Ende Oktober veröffentlichte EP besitzt ungeheuren Charme, wirkt nie lieblos abgekupfert, zeigt Retro mit Herz. Ich bin begeistert. (via Coast Is Clear)

Geschmackstipp:

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